Was ist ein Dichter ohne Publikum – was Literatur ohne Inszenierung? Es steht zu befürchten: Sehr Wenig. Und ohne das Fernsehen: Nichts!
Ist ein abgelatschteres Thema als Bob Dylan vorstellbar? Von daher darf und soll es ein 958027stes Mal ins bildungsbürgerliche Programm!
Weniger für das erlauchte Abendprogramm geeignet ist die Frage: Weshalb schöne Frauen in Ihrem Leben nur als Reklame auftauchen?
Weit lieber als die Frage, weshalb Sie seit Urzeiten wichsen, diskutieren wir im Club das (ebenso) harte (wie abgelatschte) Irische Arbeiterleben
Ausserdem ist Kunst aus Chicago und Changhai für uns weit interessanter als beispielsweise ein Vorzimmer-Autor aus Zürich-Altstetten
Literarische Qualität ist Ergebnis massenmedialer Redundanz: Das 95287-mal anderswo Besprochene ist folglich auch für uns ein Must!
Ein Buch lesen, das vor uns noch gar niemand angeschaut hat? Da könnten wir nie sicher sein, ob unsere Gedanken auch tatsächlich stimmen!
Wir lesen, was andere lesen, und empfehlen, was andere empfehlen: Kunst und Literatur sind die bigotten Backen unseres Biedermeiers
Können Sie sich ein Lesepublikum vorstellen, dass hinreichend verspiessert ist, Max Frisch als »unbequem« einzustufen? Wir können es!
Mag man noch mehr Quote aus der alles andere als frischen Zitrone auspressen? Der clubliterarische Muff setzt die letzten Duftmarken
Es bleibt dabei, wir palavern über saufende Iren und rockende Dylans wie vor tausend Jahren – so auch äätsch-bäätsch in holder Hinkunft
Oder lässt sich dieses helvetisch-prosaische Mikrodarmwindchen zu einem neuen mondän-knackigen Topseller à la Frisch emporjubeln?
Das hier ist eindeutig (!) zuviel verlangt – ist das noch Literatur? Wenn niemand es zu lesen vermag? Läckbobi ... Ist das noch ein Buch?
Und wer braucht diese »voralpine Weltliteratur« mit massenhaft angekleideten »unbumsbaren« Frauenzimmern, wo alle wichsen?
Für eine Fernsehbesprechung müsste nicht eine(r), sondern müssten vier diesen viril-brunzigen Textkörper durchbuchstabieren...
Tausend Seiten Unlesbarkeit ohne Ruhm und Happy End? Nein, nein, nein! Da bleibt der Literaturclub klüglich bei Kehlmann & Küblböck
Männer und Frauen passen nicht zusammen – auch nicht in der Mitte ... Nicht zu fassen: Jetzt also auch im unschuldigen Solothurn!
Die Frage in der Literaturszene bleibt: Wie ragt man in einem Mikrokosmos aus geblähten Nullnummern – glorreich heraus?
Weshalb geht dergleichen eigentlich nur auf Aids-Plakaten? Das haben Sie sich noch nie im Leben gefragt – tun Sie es also auch jetzt nicht
Erstens sieht Ihre Frau nicht halb so gut aus, zweitens ist sie stockfrigid und drittens – haben Sie überhaupt keine ... (...nicht lesen) (kaufen)